Paderborn Dolphins sind Meister der GFL2 Nord

Es war an Dramatik kaum zu überbieten, was sich am Samstag-Nachmittag im gut besuchten Jahnstadion in Langenfeld abspielte – ein Spiel, das man in der Form wohl einzigartig in einer Footballkarriere erlebt.

Dabei startete alles relativ einseitig. Wie die Feuerwehr starteten die Gäste aus Paderborn in das Spiel und punkteten über einen 29 Yard Lauf von Runningback Chris Elliott. Der anschließende Extrapunkt von Hendrik Schröder vollendete zum 7:0 – nur einen offensiven Drive später bediente Dolphins-Quarterback Carlos Martin Nieto Wide Receiver Mason Wilfong zum 13:0. Auch hier konnte der Extrapunkt von Kicker Hendrik Schröder erfolgreich verwandelt werden.

Es folgten drei Quarter hart umkämpfter Football, der vor allem von den Defensivreihen dominiert war. Wie auch auf die Gesamtsaison gesehen blieben beide Angriffsreihen bei nahezu dem selben Output an Yards.
Langenfeld verkürzte jedoch langsam aber stetig die Führung. Im zweiten Quarter konnte Quarterback Schaper zum ersten mal mit einem Pass über 48 Yards zum Erfolg kommen, im dritten Quarter erreichten die Longhorns immerhin ein Field Goal. Von der Offense der Dolphins ist in dieser Spielphase kaum noch ein Lebenszeichen zu erkennen. Im vierten und letzten Quarter gehen die Platzherren schließlich durch einen 10 Yard Pass auf Ethan Weinstein mit 17:14 in Führung und kommen damit der Qualifikation der Aufstiegsrunde ganz nah.

„Was in dieser letzten Spielminute geschah: das kann ich in ein paar Jahren zwar erzählen, aber es wird mir doch niemand glauben.“, so Offense-Coordinator Nils Müller nach dem Spiel.
Zuerst war es der Paderborner Quarterback der Receiver Matthew Jones über 41 Yards zum Touchdown und zur 20:17 Führung bedienen konnte – die Freude an der Sideline überschwänglich – mit der Halbzeitführung der Hildesheim Invaders gegen die Rostock Griffins war die Meisterschaft zurück in Sicht. „Ich riss die Arme nach oben. Rund 40 Sekunden vor Schluss und wir haben die Führung – das war wie Wolke 7“ , so Headcoach Jason Irmscher. „Als wir uns dann aber zu Vereinspräsident Dave Schmidtmann umdrehten erfuhren wir, Rostock ist gegen die Invaders auf der Siegerstraße. Der direkte Vergleich von plus acht Punkten muss her. Alleine das war eine Achterbahn der Emotionen.“ Der einzige Ausweg für die Ostwestfalen: 2-Point- Conversion, Onside Kick, Irgendwie in die Reichweite für ein Field-Goal kommen.

„Wir haben die Woche über an drei speziellen 2-Point-Plays gearbeitet, weil wir natürlich wussten, dass es darauf ankommen kann.“, so OC Müller – und die Vorbereitung zahlte sich aus. Carlos Martin Nieto erreichte Receiver Mason Wilfong, der sich mit ganzem Willen erneut über die Goalline reckte – 22:17.

Das Onside-Kick-Team betrat das Feld und Kicker Nils Schauerte trat zu seinem ersten Onside- Kick der Saison an. Dieser Kick prallte gekonnt rund fünf Yards vor der ersten Verteidiger-Linie auf und sprang hoch in Richtung Seitenlinie. Ausgerechnet der sonst so fangsichere Ethan Weinstein wird hier zur tragischen Figur, hat den Ball schon fast gesichert und schaut dann doch hinter sich, wie die Paderborner Spezialisten den Ball aufnhemen – jetzt war wieder alles drin. Die Dolphins arbeiteten sich in ihrem wohl letzten Drive des Spiels mit Sidelinewürfen und einem Shot-Play auf Runningback Chris Elliott voran – näher dran aber, als für einen 48 Yard Kick reicht es auch aufgrund einer Strafe gegen die Offense-Line der Gäste nicht aus. Kicker Hendrik Schröder tritt also zum Saison-entscheidenden Kick aus beachtlicher Entfernung und mit zwei Sekunden auf der Uhr an und trifft das Spielgerät mit wenig Anlauf voll.

„Ich stand mit dem Präsi neben mir hinter den Torstangen.Mich hat nichts mehr an der Sideline gehalten. Ich musste es genau sehen!“, so Nils Müller nach dem entscheidenden Kick. Der Ball zog

auf die Torstangen zu, bekam aber plötzlich einen Linksdrall, die Stille im Stadion wird durch ein dumpfes Geräusch unterbrochen – dann Weiß-Schwarze Ekstase. Tatsächlich prallte das Lederei vom linken Innenpfosten ab, nur um dann einen halben Meter hinter der Querstange abzufallen. Fieldgoal-Versuch geglückt – Paderborn dreht das Meisterschaftsrennen in der letzten Spielminute der regulären Saison.

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