Paderborn Dolphins gewinnen Home-Opener und setzen sich gegen die Solingen Paladins mit 28:13 (14:0, 14:10, 0:3, 0:0) durch

Rund 750 Zuschauer sahen die Paderborn Dolphins in ihrem ersten Heimspiel der Saison 2022 und ziemlich pünktlich zum Kick-Off goss es aus allen Kübeln im Herrmann-Löns-Stadion. Dass mit solch einem Wetter gerade die Offenses, also die Angriffsreihen im American Football, gern ihre Probleme haben, ging an der Einheit um Coordinator Nils Müller wohl vorbei und so setzte es gleich mit den zwei ersten Laufspielzügen über die Runningbacks Chris Elliott und Darrell Lynn Tate II den ersten Touchdown zum 6:0: „Da wird dir der Job als Playcaller natürlich maximal einfach gemacht und das hat eine ganze Menge Druck von der Unit genommen.“, so Müller nach dem ersten Zwei-Play-Drive.

Die sehr gut vorbereitete Defense der Dolphins konnte die Gäste aus Solingen schnell stoppen und ein gut vorgetragener Drive wurde durch einen gezogenen Ball von Quarterback Finn Traphan zum 13:0, da Kicker Hendrik Schröder beide Extrapunkte veredelte, zum 14:0 vollendet. Als bereits einen Drive später wieder Darrell Tate II in Kooperation mit seiner stark aufspielenden Offense- Line zuschlug und der Zwischenstand durch den Extrapunkt von Hendrik Schröder auf 21:0 hochgetrieben wurde, machte sich erste Zufriedenheit breit an der Paderborner-Sideline.

Die Paladins sollten aber noch die ein oder andere Nuss für die Hausherren zu knacken haben.

Gerade der Rushing-Leader der GFL2 Moses Harris war dabei Dreh- und Angelpunkt des Solingener Angriffs und wollte sich von der Paderborner Defense partout nicht im ersten Kontakt stoppen lassen. Der US-Runningback sorgte so für fortlaufendes Kopfzerbrechen, konnte man seine Raumgewinne doch nie richtig und komplett verhindern und so galt es, wenn nötig Yards aufzugeben, Zählbares in letzter Konsequenz aber zu verhindern – und genau das gelang der Defense um Coordinator Gunnar Ströming ausgezeichnet. Drives der Paladins die viel Raumgewinn brachten und Zeit kosteten, konnten letztlich nicht konsequent in Punkte umgesetzt werden. Und so konnten die Paladins trotz vielversprechender Angriffsserien vorerst nur via Field-Goal auf 21:3, später dann aber doch durch ein Ausrufezeichen von Harris und einem 40-Yard-Pass auf 21:10 verkürzen.

Die prompte Antwort der Dolphins: Ein langer Touchdown Pass auf Wide Receiver Felix Blissenbach zum 28:10 Halbzeitstand. „Das war ein Touchdown mit Ansage – uns war in den Drives davor die Überreaktion des einzigen tiefen Verteidigers der Solinger zu einer Seite hin aufgefallen. Wir haben ihn also versucht zur rechten Feldseite zu locken, um dann auf die linke zu abzuschließen. Finn und Felix haben die Vorgabe da klasse umgesetzt.“, erklärte Coordinator Müller seinen Geistesblitz – es sollte der letzte an diesem Spieltag bleiben.

Während nämlich die Defense der Dolphins auch in Halbzeit zwei weiterhin mit viel Kampf für den Arbeitssieg unter dem Motto „bend but don’t break“ rang, stellte die Offense die Bemühungen weitestgehend ein. Runningback Chris Elliott wurde mit Verdacht auf eine Rippenverletzung inzwischen geschont, das bisher so erfolgreiche Kurzpassspiel schalteten die Solinger effektiv aus. „Ich weiß nicht, ob sich da zu früh Zufriedenheit breit gemacht hat, oder wir einfach nicht die richtigen In-Game-Adjustments treffen konnten – aber das ist mir zu wenig!“, so Headcoach Jason Irmscher in der Halbzeit. „Wenn du ein Top-Team in dieser Liga sein willst, dann kannst du dir ein solches Nachlassen nicht erlauben.“ und auch Angriffstrainer Müller gestand ein:“In der zweiten Halbzeit hat uns die Defense den Rücken freigehalten, keine Frage!“

Die Intensität und Spannung nahm also deutlich ab in der zweiten Halbzeit – die Offense der Dolphins lahmgelegt, der Angriff der Paladins mit langen Drives aber wenig Punkten. Zu drei zusätzlichen Punkten reichte es dann noch für die Gäste – Endstand von 28:13. Durchaus ein souveräner Sieg für die Dolphins, aber eben doch mit einem gewissen faden Beigeschmack, der nur

noch ein wenig schlechter wurde, da sich Quarterback Finn Traphan 3 Minuten vor Schluss verletzt auswechseln lassen musste. Ob er in der kommenden Woche auflaufen kann, ist bis dato noch fraglich. Sonntag geht es für die Dolphins als Tabellenzweiter gegen den Tabellenersten nach Lübeck zu den Cougars.

oto: Sebastian Miebs
Foto: Sebastian Miebs
Foto: Sebastian Miebs

Neueste Beiträge

Gewitterfront stoppt Dolphins nicht
27. Juni 2022
Paderborn Dolphins treffen an der Ostsee auf die Rostock Griffins
23. Juni 2022
Paderborn Dolphins verpassen Heimsieg gegen starke Longhorns knapp
17. Juni 2022
Paderborn Dolphins erwarten Langenfeld Longhors zum Heimspiel
9. Juni 2022
Dolphins unterliegen den Cougars in Lübeck mit 13:21
7. Juni 2022

Archive